Ebnet der Entwurf zur Änderung des Bodengesetzes den Weg für „letzte große Geschäfte“ bei riesigen Landgewinnungsprojekten?

Während die öffentliche Empörung von Huế bis Đà Nẵng und im ganzen Land über das Projekt „Làng Vân“ – bei dem mehr als 500 Hektar Naturwald am Hai-Van-Pass für den Bau einer Ferienvillenanlage zerstört wurden – weiterhin brodelt, hat die vietnamesische Regierung erneut einen Schock auslösenden Schritt unternommen.

Der am 20. Juli 2026 veröffentlichte Entwurf zur Änderung des Landgesetzes versetzt die Öffentlichkeit in äußerste Empörung. Demnach müssten, sollte dieser Gesetzentwurf im kommenden Oktober 2026 offiziell verabschiedet werden, für Landgewinnungsmaßnahmen in sechs bisher streng geschützten Gebieten nicht mehr wie bisher eine Genehmigung des Nationalparlaments oder des Regierungschefs eingeholt werden.

Konkret betrifft dies historische und kulturelle Stätten, Naturerbe, Nationalparks sowie Naturschutzgebiete, Meeres- und Fischereischutzgebiete, Hafengebiete zum Anlegen von Schiffen und sogar Flussmündungen sowie Bereiche der nationalen Sicherheit und Verteidigung.

 

Anstatt Lösungen vorzuschlagen, um die öffentliche Meinung zu besänftigen und die vom Aussterben bedrohten Naturwaldgebiete zu retten, sorgt die eilig vorangetriebene Änderung des Bodengesetzes in Richtung einer solchen Lockerung für große Empörung in der Öffentlichkeit und wirft bittere Fragen auf.

Nämlich: Handelt es sich hierbei um einen Schachzug, um das Land zu zerstören und noch einen letzten großen Gewinn einzustreichen, oder um den Weg für die Konzerne der hinter den Kulissen agierenden Interessengruppen zu ebnen?

 

Während weltweit mit aller Kraft daran gearbeitet wird, die Natur zu schützen und Ökosysteme zu bewahren, wählt der vietnamesische Staat einen Weg, der dem globalen Trend zuwiderläuft, und verwandelt Gebiete, die eigentlich streng geschützt sein müssten, unter dem Deckmantel des neuen Landgesetzes in legale Großbaustellen zur Landgewinnung am Meer.

 

Diese Situation ist ein deutlicher Beweis für die immer größer werdende Kluft zwischen den Leitlinien und der Politik der obersten Führungsebene einerseits und der Notwendigkeit, eine nachhaltige Zukunft des Landes zu sichern, andererseits – während die wertvollsten Ökosysteme direkt durch das Denken in Gruppeninteressen bedroht werden.

Hong Linh – Thoibao.de