Aus der Ferne betrachtet ist ein Fischereifahrzeug nichts weiter als ein Fischereifahrzeug: Es fährt aufs Meer hinaus, wirft seine Netze aus, fängt Fisch und kehrt zurück. Doch im Südchinesischen Meer ist die Lage manchmal nicht so einfach wie ein Netz an Deck. Zahlreiche internationale Studien weisen darauf hin, dass China eine Politik der umfangreichen Unterstützung für einen Teil der Flotte betreibt, die in umstrittenen Seegebieten operiert – angefangen bei Subventionen für Treibstoff, den Bau und die Modernisierung von Schiffen bis hin zur Ausbildung und Unterstützung von maritimen Milizen. Einige Schiffe wurden sogar als mit dem chinesischen System der maritimen Milizen verbunden identifiziert.

Dies macht die Frage „Wird das Schiff staatlich unterstützt?“ sehr interessant, doch dabei muss klargestellt werden: Man darf nicht bei jedem Auftauchen eines chinesischen Fischereifahrzeugs vor der vietnamesischen Küste sofort den Schluss ziehen, dass es der Küstenwache gehört oder einen staatlichen Auftrag erfüllt. Untersuchungen zeigen zudem, dass die wirtschaftlichen Motive der Fischer nach wie vor bestehen, während der Grad der Verbindung zum Staat je nach Flottille und Region variiert. Mit anderen Worten: Das Vorhandensein von Netzen bedeutet nicht immer, dass ein „militärischer Befehl“ vorliegt.
Dennoch ist es genau dieser Punkt, der das Problem beachtenswert macht. China hat ein System geschaffen, in dessen Rahmen bestimmte Fischereifahrzeuge Unterstützung erhalten und an Aktivitäten zur Durchsetzung seiner maritimen Ansprüche teilnehmen können. Im Jahr 2025 verzeichnete eine Analyse von AMTI-Satellitenbildern eine Rekordzahl chinesischer maritime Milizen, die in vielen Gebieten des Südchinesischen Meeres stationiert waren. Daher fordert Vietnam weiterhin von China, die Souveränität, die Hoheitsrechte und die Gerichtsbarkeit Vietnams gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 zu achten. Was die Frage betrifft, ob jedes Schiff „Fischfang“ oder „andere Aktivitäten“ betreibt, so sind für Schlussfolgerungen nach wie vor konkrete Beweise erforderlich – das Meer ist ohnehin schon stürmisch genug, und die Presse sollte die Wogen nicht noch weiter mit ihren Spekulationen aufpeitschen.









